Ein geniales Konzept mit einer starken Umsetzung. Typischerweise spielt man bei interaktiven Geschichten, sei es Spielen, Filmen, Hörbüchern und auch Pen & Paper / TTRPG Runden, immer teilweise sich selbst, vor allem bei den ersten Erfahrungen.
Scherbenfresser bietet daher einen idealen Einstieg in die Welt von interaktiven Audio-Geschichten, da man hier extrem viele Freiheiten hat, seinen Charakter im Verlaufe der Story selbst zu bauen und weiterzuentwickeln.
Wieso dies für die eigentlich in sich geschlossene und logisch-verknüpfte Narrative möglich ist, wird über eine besonders einfallsreiche Methode gelöst, die selbst erst gegen Ende der Story offenbart wird und unter anderem einen der TWISTs in der Handlung darstellt.
Beim Spielen durch die Story hat man durch die gut-platzierten Sound-Effekte stetig den Eindruck, man befindet sich inmitten einer TTRPG-Kampagne. Zufallsvariablen in der Story werden durch Würfelwürfe bestimmt, bei denen man das Gefühl hat, dass diese je nach getroffener Entscheidung einen Bonus oder Malus erhalten, was noch mehr zum TTRPG-Gefühl beiträgt und die eigenen Entscheidungen belohnend wirken lässt.
Bis zum Schluss fühlte es sich so an, als hätte man alles in der Hand. Die Story bietet daher ebenfalls die Option, sie ein zweites Mal zu spielen und einen unterschiedlichen Pfad zu gehen. Das sie nur ein tatsächliches Ende hat, macht sie aber dennoch am attraktivsten als eine Art immersiven und selbst-fokussierten Einstieg in interaktive Audio-Stories.