Alles in allen handelt es sich bei „Diebe im Schloss“ um „leichte Kost“, der es jedoch nicht an Spannung und Immersion fehlt.
Die Grundprämise (einfaches Fußvolk auf dem adligen Hof im Mittelalter) kennt man schon von zahlreichen Storys und die Handlung an sich, aber auch die Konsequenzen aus den eigenen Entscheidungen, sind häufig sehr vorhersehbar. So hat es zum Beispiel nur positive Effekte, wenn man dem kleinen Küchenjungen hilft und kommt dadurch auch zu einem positiven Ende.
Allerdings meine ich das überhaupt nicht negativ, da gerade diese Einfachheit, die Geschichte perfekt zum Entspannen für Zwischendurch macht.
Trotzdem schafft sie es auch Spannung aufzubauen. So hat man in einigen Szenen häufig Entscheidungsoption mit denen man so gar nicht rechnet hat, was noch mehr dazu verleiht diese auszuprobieren, da man darauf gespannt, was passiert, obwohl die Konsequenzen auf dem ersten Blick nur negativ sein könnten.
Und da überrascht „Diebe im Schloss“ auch, denn häufig kommt es nach der Entscheidung zu einer unerwarteten Drehung der Ereignisse.
Hierbei ist mir vor allem die Szene mit der Prinzessin, die man als einfacher „Diener“ um einen Tanz bitten kann, besonders im Kopf geblieben.
Da ich die Story nur einmal gespielt habe, kann ich zu diesem Punkt nicht allzu viel sagen, doch ich hatte zumindest das positive Gefühl, dass meine Entscheidungen einen realen und spürbaren Einfluss auf den Verlauf hatten. Das liegt vor allem daran, dass die Optionen oftmals in zwei komplett unterschiedliche Richtungen gehen. So konnte man sich zum Beispiel entscheiden, ob man sich nun als Diener oder als Adliger verkleidet, was zumindest in meiner Wahrnehmung den Verlauf schon deutlich beeinflusst.
Zudem ist mir besonders positiv das Sounddesign aufgefallen: In vielen Szenen hört man im Hintergrund irgendwelche Geräusche oder Musik (Ballsaal, Küche) und einige Handlungsabläufe werden auch aktiv mit Sounds untermauert, wie zum Beispiel der „Kampf“ mit den Wachen. All das und auch das Voice Acting, die Vertonung der einzelnen Charaktere, fördert die Immersion und das Erlebnis massiv.
Kommen wir nun zu den etwas negativen Punkten:
Hin und wieder sind die Schnitte zwischen den einzelnen Audiospuren stark spürbar. Besonders, wenn irgendwelche Hintergrundsounds zu hören sind. Als Beispiel: Wenn man sich im Ballsaal befindet, wird im Hintergrund Musik gespielt. Eigentlich super, da das die Immersion fördert, doch hört man oft z. B. zwischen zwei Absätzen des Erzählers, wie die Hintergrundmusik abrupt aufhört und dann schließlich wieder an einer anderen Stelle beginnt. Das könnte man meiner Ansicht nach verbessern, indem die Musik kurz vor dem Schnitt leiser und in der nächsten Audiospur dann langsam lauter wird.
Im Großen und Ganzen hatte ich Spaß und war begeistert von meinem Ende, was mir zeigt, dass ich sie definitiv empfehlen kann.