
Als ein Dichter unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden wird, führt dich deine Suche nach der Wahrheit in die Welt der Geheimbünde und okkulten Intrigen im edwardianischen Dublin.

Als ein Dichter unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden wird, führt dich deine Suche nach der Wahrheit in die Welt der Geheimbünde und okkulten Intrigen im edwardianischen Dublin.
AUTOR
Thomas McGuinness
SPRECHER
Eleven Labs
ALTER
Jugendliche, Erwachsene
SPIELZEIT
20 min
ENTSCHEIDUNGEN
20
ENDEN
3
SPIELFLUSS
mittel
ANSPRUCH
hoch


Du spielst einen blinden Detektiv und sollst einen Mord aufklären. Zum Glück sind deine anderen Sinne so geschärft, dass du Details wahrnimmst, die anderen oft entgehen.
Wie ist der Dichter gestorben? War es Selbstmord oder Mord? Warum war sein Bruder am Tatort, und was hat das alles mit einer seltsamen Sekte zu tun?
3.73.7 out of 5 stars (based on 7 reviews)ExcellentVery goodAveragePoorTerrible

Dublin Mysteries bietet eine gute Basis für ein Detektiv-Abenteuer und birgt durch den blinden Protagonisten sogar noch tiefergehendes Potential. Jedoch wird weder dieses, noch die vorliegende Spurensuche besonders beleuchtet.
Die Rätsel sind sehr simpel und auch die Art und Weise wie man herausfinden kann, was genau passiert ist, beantworten sich viel zu leicht. Das nimmt dem ganzen für mich persönlich das Mysteriöse, wenn auch das offene Ende wieder etwas Interesse auslöst. Mit mehr Verdächtigen oder einer ausführlicheren Hinweissuche wäre die Story spannender gewesen. Tiefergehender hätte sie insofern sein können, da man hier einen Blinden spielt. Die Thematik birgt meiner Meinung nach großes Potential für Audio-Storys, da man so sehr auf die verschiedenen Sinne eingehen kann und auch die Blindheit selbst ein Aspekt der Story und Dramatik sein kann. Allerdings hatte man hier nicht wirklich das Gefühl, als ob die Blindheit groß etwas ausmachen würde, da meistens alles weitere vom Begleiter beschrieben wurde.
Detektiv sein und gleichzeitig den normalerweise wohl wichtigsten Sinn bei der Spurensuche nicht zu besitzen, -das hätte ein Super-Kontrast in der Story sein können und auch der Hauptcharakter wäre memorabel gewesen. Das ist natürlich schwer umzusetzen, dennoch wurde meiner Meinung nach zu wenig gewagt.
Für eine potentielle Episode 2 würde ich mir mehr Tiefe in den Wegen, Hinweise und Verdächte zu finden, mehr Mysteries (vielleicht sogar leicht übernatürliche Elemente, die den Kult beflügeln und das ganze abstrakt Sinn ergeben lassen) und einen diverseren Umgang mit der Blindheit des Spielercharakters wünschen. Dennoch eine solide Basis.
Einer der ersten Ideen für welche Geschichten sich interaktive Hörspiele am besten eigenen würden, die ich hatte, als ich von diesem Format zum ersten Mal gehört hatte, waren natürlich Detektivgeschichten.
Selbst nach den Hinweisen zu suchen, Menschen zu verhören und schließlich eine Entscheidung zu fällen immer mit dem Reiz, dass du dich falsch entscheiden könntest, hat ein großartiges Potential mich und andere zu begeistern.
In dieser Hinsicht hat DUBLIN MYSTERIES nicht enttäuscht: Du verkörperst einen Detektiv, der sich den Tatort anschaut, Zeugen und potenzielle Täter verhört und schließlich am Ende eine Entscheidungen fällen muss. Das alles hat wirklich Spaß gemacht.
Zudem hat mir besonders die Idee gefallen, dass der Charakter, den man verkörpert, blind ist, wodurch man sich sehr gut mit ihm identifizieren kann, da man selbst ja auch nichts sieht.
Außerdem ist die Grundprämise (Mord/Selbstmord in Irland zu Beginn des 20. Jahrhunderts, weswegen dieser natürlich auch im Kontext des “Act of Union”/irischen Rebellion/Konflikt um die irische Unabhängigkeit steht) ein extrem spannender Ausgangspunkt, der gerade im Bezug auf eine Detektivgeschichte besonders frisch wirkt.
—–
Jedoch enttäuscht die Geschichte zu einem gewissen Teil und das Potential wird leider nicht vollständig ausgeschöpft.
Teilweise enttäuscht das Sounddesign. Für die verschiedenen Charaktere gibt es zwar unterschiedliche Stimmen, was positiv zu vermerken ist, jedoch werden meiner Ansicht nach gerade Dialoge sehr monoton aufgesagt, was gerade emotionale Szenen, wie zum Beispiel dieser, in welcher der Bruder des Verstorbenen über dessen Tod trauert und zum Teil auch wütend sein kann, extrem bizarr wirken, da man ihm seine Trauer kaum abkauft.
Zudem ist bis auf die Erzählung und den Dialogen nichts weiter zu hören: Keine Musik im Hintergrund, keine Environment-Sounds und auch keine Sounds, die das aktuelle Geschehen auch akustisch beschreiben/begleiten. Das ist sehr schade, da dadurch das Erlebnis weniger immersiv ist, gerade durch die Blindheit des Charakters solche Sounds noch viel mehr Sinn ergeben hätten und man deswegen auch etwas “übertreiben” hätte können.
Außerdem enttäuscht zu einem gewissen Grad auch die Ermittlung an sich. Es ist gut, dass man sich nicht alles anschauen oder bei Gesprächen nicht jede Frage stellen kann, sondern sich entscheiden muss. Das gibt den Entscheidungen mehr Gewicht. Jedoch fände ich es gut, wenn man zumindest an einer Stelle der Ermittlungen mehr Freiheit hätte und sich alles anschauen kann. Zum Beispiel bei der Untersuchung des Bücherregals: Dort fände ich es gut, wenn man sowohl die Bücher als auch die Büste untersuchen hätte können.
Dadurch, dass man bei Entscheidung nur eine Sache genauer untersuchen kann, fühlt man sich schnell frustriert, da man die ganze Zeit mögliche Beweise links liegen lässt. Zumindest denkt man das.
Ein weiterer negative Punkt ist, dass man für die beiden Hauptermittlungsfragen (Selbstmord oder Mord, Maeve oder Charles als Mörder) für alle Auswahlmöglichkeiten gleich viele, vage Beweise findet. Man kann durch die gefundenen Beweise nie sicher eine Möglichkeit ausschließen, sondern entscheidet am Ende nach seinem Gefühl. Und das ist schade, da gerade dieser Punkt (alle möglichen Beweise finden und durch das richtige Verknüpfen dieser auf die einzig richtige Antwort kommen) eines der Hauptgründe ist, warum man Detektivgeschichten konsumiert oder in diesem Fall sogar selbst spielt.
Schlussendlich enttäuscht auch das Ende, da man herausfindet, dass es die Person, die man verdächtigt hat, nicht schuldig war. Egal, wenn man verdächtig. Doch gerade das Herausfinden, ob man nun richtig lag oder nicht, macht den ganzen Spaß aus und das wird dadurch irgendwie zerstört.
Außerdem wird am Ende klar, dass es einen weiteren Mord gab, jedoch endet die Geschichte hier. Bedeutet man ermittelt nicht weiter. Es gibt zwar einen Hinweis auf ein weiteres Kapitel, doch ich habe es zumindest nicht gefunden.
Hier wäre es sehr schön, wenn dieses gleich unter dieser Geschichte verlinkt sein würde oder es ein Hinweis gäbe, der mitteilt, ob dieses nun kommt oder nicht.
Für meinen Geschmack könnte man auch mehr auf den Konflikt, der sich zu dieser Zeit und auch noch immer in Irland abspielt, eingehen und ein paar Fakten dazu erläutern.
—–
Zum Schluss jedoch, was mir sehr gefallen hat: Die Feedback-Fragen nach der Geschichte.
Alles in allem möchte ich zum Schluss noch sagen, dass die Story zwar nicht das hergibt, was man erwartet, ich jedoch trotzdem nahelegen wollen würde, sie einmal anzuhören, da abseits der negativen Punkte, die Geschichte und vor allem die Hauptprämise sehr spannend sind und man trotzdem seinen Spaß hat, wenn man Detektivgeschichten mag.
Das Spielen als Blinder macht diese Story umso spannender, man kann sich als Zuhörer sehr gut in den Protagonisten hineinversetzen. Außerdem ist das Lösen des Falles sehr interessant gestaltet, was zum mit rätseln anregt. Leider hat die Story für mich kurz vor Ende nicht mehr reagiert, weshalb ich nie herausfinden konnte was nun wirklich passiert war.
Ich fand den blinden Detektiv als Hauptcharakter sehr ansprechend – eine spannende und erfrischende Wahl. Die KI-Stimmen haben in diesem Fall gut funktioniert und zur Atmosphäre beigetragen. Leider endet die Geschichte sehr abrupt, was mich wirklich überrascht hat. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
In „Dublin Mysteries“ wird der Spieler vor eine echte Herausforderung gestellt: einen Fall zu lösen, bei dem man sowohl Köpfchen als auch detektivisches Gespür braucht! Es macht unglaublich viel Spaß, als blinder Ermittler Hinweise aufzuspüren und ihnen nachzugehen, um das Rätsel um den Tod des Opfers zu lösen. Die Geschichte hätte gerne etwas länger sein dürfen – denn den Fall zu knacken ist alles andere als einfach!